PETS
Projekt PETS = Peer-Teaching in der Hebammenwissenschaft
Unser Peer-Teaching Projekt startete im Jahr 2023 als Projekt, was durch den Innovationsfond Lehre der Universitätsmedizin zu Förderung ausgewählt wurde. Ziel des Projektes ist es, dass pädagogisch geschulte Studierende als Tutoren ihre Kommilitoninnen im SkillsLab (Übungskreißsaal) beim Lernen unterstützen. Derzeit finanzieren wir das Projekt aus Eigenmitteln.
Die Ausbildung zum Peer-Teacher ist offen für alle Studierenden der Hebammenwissenschaft ab dem 4.Semester. Da Anleitung selbst eine Schlüsselkompetenz für Hebammen ist, können die Projektteilnehmerinnen, die als Peer-Teacher oder Simulationspersonen fungieren, hier doppelt profitieren. Einerseits können sie die jeweiligen Inhalte einer Übungssituation, z. B. die Untersuchung eines Neugeborenen, aus der Perspektive der Anleitenden vertieft durchdringen. Andererseits üben sie wichtige Kompetenzen, wie z. B. das sinnvolle Geben von Feedback an die angeleitete Person.
Peer-Teaching und -Learning sind sowohl in der Schulpädagogik als auch in der Hochschuldidaktik als eine Möglichkeit des „shift from teaching to learning“ (Rohr, den Ouden, Rottlaender 2016, 12) bekannt. Der Fokus liegt dabei weniger auf der Lehrperson, sondern auf der Lernaktivität. Eine bedeutsame Hintergrundtheorie für das Peer Teaching ist die Soziale Lerntheorie nach Bandura (1979) in der das Lernen am Modell eine große Rolle spielt. Danach wird gelernt, indem Verhaltensweisen von einer Modellperson übernommen werden. Ob die Verhaltensübernahme gelingt hängt u. a. davon ab, ob sich die Lernenden mit dem Modell identifizieren können, ob es eine positive Beziehung gibt und ob die Modellperson als kompetent wahrgenommen wird (Appel 2001). Erfahrungen aus dem Medizinstudium zeigen (Blohm et al 2014), dass die Vorbereitung auf praktische Studienphasen durch Peers sehr gut akzeptiert wird und dass eine systematische Vorbereitung der Peer-Teacher sinnvoll ist.
Literatur
Appel, E (2001): Auswirkungen eines Peer-Education-Programms auf Multiplikatoren und Adressaten – eine Evaluationsstudie. Freie Universität Berlin, Dissertation.
Bandura, A (1979): Sozial-kognitive Lerntheorie. Klett-Cotta, Stuttgart
Blohm, M, Krauter, M, Lauter J, Huber, J, Weyrich, P, Herzog, W, Jünger, J, Nikendei, C (2014): Voluntary undergraduate technical skills training course to prepare students for clerkship assignment: tutees’ and tutors’ perspectives. BMC Med Educ. 2014; 14: 71. doi: 10.1186/1472-6920-14-71, (Zugriff am 20.12.22)
Rohr, D, den Ouden, H, Rottlaender, EM (2016): Hochschuldidaktik im Fokus von Peer Learning und Beratung. Belz Juventa. Weinheim und Basel
Projektleitung und Ansprechpartnerinnen
hebammenwissenschaft{bei}med.uni-rostock.de
Prof. Dr. Dorothea Tegethoff
MHA, Lehrstuhl Hebammenwissenschaft, Studiengangsleitung B. Sc. Hebammenwissenschaft
Antje Lipke
Lehrstuhl Hebammenwissenschaft, stellvertr. Studiengangsleitung B. Sc. Hebammenwissenschaft
Studentische Hilfskräfte im PETS-Programm
Finja Allward
finja.alwardt{bei}uni-rostock.de
Maja Potratzki
maja.potratzki{bei}uni-rostock.de
Nele Thätner
