Andrea Greiner
Kurzvita
Andrea Christina Greiner ist Hebamme, Pflegepädagogin (B.A.) und Versorgungsforscherin (M.Sc.).
Nach langjähriger Tätigkeit in unterschiedlichen Bereichen der klinischen, außerklinischen und freiberuflichen Hebammenversorgung arbeitet sie heute im Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München mit Schwerpunkt auf Frauengesundheit, geburtshilflicher Versorgungsplanung und Projektentwicklung. Im Rahmen der kommunalen Gesundheitsplanung konzipiert und realisiert sie Projekte, die insbesondere vulnerablen Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und/oder Hygieneprodukten erleichtern sollen.
Seit 2024 promoviert sie an der Universitätsmedizin Rostock zur geburtshilflichen Versorgungssituation in München. Darüber hinaus ist sie in der hochschulischen Lehre tätig und beschäftigt sich wissenschaftlich insbesondere mit Fragen der Hebammenversorgung, Frauengesundheit und Versorgungsforschung.
Projektvorstellung
„Evaluation der geburtshilflichen Versorgungssituation am Beispiel der Landeshauptstadt München – Ergebnisse der Münchener Mütterbefragung 2022/2023“
Die Dissertation untersucht die geburtshilfliche Versorgungssituation in München aus Sicht von Frauen nach der Geburt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Versorgung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett erlebt und bewertet wird, welche Versorgungsprobleme und Barrieren bestehen und in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf sichtbar wird. Grundlage ist die Münchener Mütterbefragung 2022/2023, in der Frauen mit Wohnsitz in München zu ihren Erfahrungen rund um die Geburt befragt wurden.
Methodisch folgt die Arbeit einem explanativen Design. Quantitative Befragungsdaten werden zunächst deskriptiv und inferenzstatistisch ausgewertet und anschließend durch die qualitative Analyse umfangreicher Freitextangaben vertieft und erklärt. Die qualitative Auswertung orientiert sich an der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Dabei werden unter anderem subjektive Erlebensdimensionen, konkrete Verfehlungstypen sowie von den Frauen wahrgenommene Ursachen problematischer Versorgungserfahrungen herausgearbeitet. Für die Analyse negativer Versorgungserfahrungen wird zudem die internationale Typologie von Bohren et al. (2015) als deduktiver Bezugsrahmen herangezogen.
Die Arbeit betrachtet sowohl die Wahl und Verfügbarkeit des Geburtsortes als auch Erfahrungen mit der hebammengeleiteten und ärztlichen Betreuung während der Geburt, der Versorgung auf der Wochenbettstation und der ambulanten Hebammenbetreuung nach der Geburt. Ziel ist es, die Perspektive der Nutzerinnen systematisch abzubilden, Stärken und Versorgungslücken zu identifizieren und daraus Ansatzpunkte für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der geburtshilflichen Versorgung abzuleiten.
